Aktien und Anleihen kombinieren: Was ist der optimale Mix?

Im letzten Beitrag zur Artikelserie „Geldanlage – so funktioniert es“ haben wir Aktien und Anleihen jeweils für sich genommen analysiert und uns dabei angeschaut, was wir damit über verschiedene Zeiträume hinweg im besten und auch im schlimmsten Fall verdient bzw. verloren hätten.

Das ermöglicht uns zwar einen ersten Eindruck davon, mit welchen Renditen und mit welchem Risiko wir realistisch rechnen können. Doch zur Bestimmung deiner strategischen Asset Allokation ist das noch zu wenig.

Dazu sollten wir uns jetzt noch ansehen, was die Kombination von Aktien und Anleihen in punkto Rendite und Risiko bewirkt. Wie schon im letzten Beitrag machen wir diese Analyse auf Basis des MSCI World Aktienindex sowie des deutschen Rentenindex REXP. Und wir analysieren die Jahre 1970 bis 2018 – also insgesamt wieder einen Zeitraum von 49 Jahren.

Abschließen möchte ich diesen Beitrag mit Tipps, wie du dein Portfolio auf Aktien und Anleihen konkret aufteilen kannst auf Basis dieser Daten. Und natürlich auf Basis deiner Ziele und deines Risikoprofils.

Doch erstmal der Reihe nach …

Durchrechnung von Musterportfolios


Im Folgenden rechnen wir vier Musterportfolios durch, bei denen wir jeweils zwei Asset-Klassen miteinander kombinieren – nämlich Aktien und Anleihen. Dies sollte uns einen guten Anhaltspunkt für die Festlegung unserer strategischen Asset Allokation liefern.

Konkret betrachten wir folgende Mischungsverhältnisse von Aktien zu Anleihen:

  • 25 zu 75
  • 50 zu 50
  • 75 zu 25
  • 10 zu 90

25 % Aktien und 75 % Anleihen


Im letzten Beitrag haben wir ja festgestellt, dass globale Aktien über 49 Jahre hinweg eine annualisierte Rendite von 7,67% (in Euro und ohne Kosten, Steuern und Inflation) gebracht hätten. Bei deutschen Staatsanleihen auf Basis des REXP betrug die annualisierte Rendite im Vergleich dazu 6,19%.

Die Standardabweichung als wichtige Risikokennzahl betrug hingegen 20,79% bei Aktien und nur 4,87% bei Anleihen.

(Die Standardabweichung gibt an, wie weit die einzelnen Messwerte im Durchschnitt vom Mittelwert entfernt sind.)

Nun sehen wir uns an, welche Rendite und welches Risiko wir über diesen langen Zeitraum gemacht hätten, wenn wir 25% in Aktien und 75% in Anleihen investiert hätten.

Dabei unterscheiden wir wiederum zwei Szenarien:

Szenario 1: Wir investieren anfangs 25% in Aktien und 75% in Anleihen und belassen das bis zum Laufzeitende so.

Szenario 2: Wir investieren anfangs 25% in Aktien und 75% in Anleihen und stellen jeweils am Jahresende dieses Mischungsverhältnis wieder her. Wir schöpfen also jeweils von jener Asset-Klasse ab, die in einem bestimmten Jahr besser gegangen ist als die jeweils andere und verhalten uns dadurch antizyklisch.

Szenario 1: Wir lassen das Geld unangetastet 49 Jahre lang so liegen …

Wir investieren also hypothetische 100 Euro am 1.1.1970 und geben davon 25 Euro in Aktien. Diese wären auf 935,14 Euro angewachsen (das macht eben eine jährliche Rendite von 7,67%).

Außerdem hätten wir 75 Euro in Anleihen investiert. Diese wären bis Ende 2018 auf einen Betrag von 1.423,17 Euro angewachsen (das macht oben bereits angeführte jährliche Rendite von 6,19%).

Insgesamt könnten wir uns über einen Endwert von 2.358,30 Euro freuen (was einer jährlichen Rendite von 6,66% entspricht).

Doch wie sieht es mit der Standardabweichung aus? Diese müsste irgendwo zwischen oben angeführten 4,87% und 20,79% liegen. Und das tat sie auch: Die Standardabweichung betrug 6,63%.

Szenario 2: Wir führen jährlich ein Rebalancing durch …

Wenn man die ursprüngliche strategische Asset Allokation immer wieder auf den Ausgangswert anpasst, dann spricht man von Rebalancing.

Wir investieren also anfangs 25 Euro in Aktien und 75 Euro in Anleihen und stellen dieses Mischungsverhältnis einmal im Jahr auch wieder so her. (Natürlich verursacht dies gewisse Transaktionskosten, doch in Folge rechnen wir mal ohne sie.)

Am Ende könnten wir uns bei dieser Vorgangsweise über einen Endwert von 2.726,30 Euro freuen. Wir hätten damit also (wenn wir eben Transaktionskosten unberücksichtigt lassen) eine höhere Rendite erreicht als in Szenario 1. Genauer gesagt wäre die annualisierte Rendite bei 6,98% gelegen!

Eigentlich ist das kontraintuitiv, denn bei Szenario 1 hätten wir am Schluss mehr Geld in Aktien gehabt als zu Beginn – und Aktien bringen bekanntlich auf lange Sicht mehr Ertrag.

Doch es gibt einen einfachen Grund für unsere Outperformance: Wir hätten uns stets antizyklisch verhalten und hätten immer wieder Geld aus der relativ gesehen überbewerteten Asset-Klasse abgezogen und in die andere investiert. Kurzfristig ist das natürlich manchmal auch gegen uns gelaufen, da Aktien auch mal über einige Jahre hinweg besser rentieren als Anleihen und umgekehrt.

Langfristig gesehen allerdings beobachtet man immer wieder die so genannte Regression zum Mittelwert, also dass sich die Renditen langfristig auf einen bestimmten Wert einpendeln. Was demnach über Jahre besonders gut gegangen ist, hat die Tendenz in der Folge eher schlecht zu rentieren.

Doch wie sieht das Risiko aus? Und auch da wären wir mit periodischem Rebalancing (wenn auch nur leicht) besser gefahren. Die Standardabweichung betrug nämlich 6,44%.

(Ok ich muss selbst gestehen: Ich hätte nicht erwartet, dass der Rebalancing-Effekt bei einem 25:75-Portfolio eine größere Auswirkung auf die Rendite als auf das Risiko hat.)

… … … … …

Da eine Rebalancing-Strategie bloßes Buy-and-Hold langfristig schlägt, schauen wir uns in der Folge nur mehr die Daten für Szenario 2 an …

Dabei wären wir aus Sicht von einem Jahr insgesamt 6 Mal im Minus gewesen. Am schlimmsten hätte es uns 1990 erwischt mit -5,54%. Das Jahr 2008 wäre trotz einem großen Kursrutsch bei Aktien mit -1,81% gar nicht so schlimm gewesen. Denn deutsche Staatsanleihen legten in diesem Jahr eine gute Performance hin.

Schauen wir uns aber gleich mal längere Zeiträume an …

25:75 für längere Zeiträume:

3 Jahre:

  • Minimum: 1,37% (= +0,45% p.a.)
  • Maximum: 56,05% (=+15,99% p.a.)

Bereits auf 3-Jahressicht hätten wir nominell kein einziges Mal Geld verloren. Schlimmstenfalls hätten wir uns mit einem kumulierten Plus von 1,37% zufriedengeben müssen.

5 Jahre:

  • Minimum: 13,62% (= +2,59% p.a.)
  • Maximum: 88,58% (= +13,53% p.a.)

10 Jahre:

  • Minimum: 44,14% (= +3,72% p.a.)
  • Maximum: 187,28% (= 11,13% p.a.)

20 Jahre:

  • Minimum: 148,16% (= 4,65% p.a.)
  • Maximum: 598,69% (= 10,21% p.a.)

50% Aktien und 50% Anleihen


Von jetzt an rechnen wir nur mehr mit jährlichem Rebalancing. Bei einem 50:50-Portolio bestehend aus Aktien und Anleihen und ohne Berücksichtigung von Transaktionskosten hätten wir damit eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,50% erzielt (der Vermögensendwert hätte 3.456,83 Euro betragen). Die Standardabweichung wäre mit 10,75% ebenfalls in einem vertretbaren Rahmen geblieben.

Auf Sicht von einem Jahr hätten wir insgesamt 9 Mal ein Minus hinnehmen müssen, wobei wir in fünf Fällen sogar über 10% Minus gemacht hätten mit unserer Geldanlage. Im schlimmsten Fall betrug der Verlust 12,49% (im Jahr 1994).

50:50 für längere Zeiträume:

3 Jahre:

  • Minimum: -14,07% (= -4,93% p.a.)
  • Maximum: 71,79% (= +19,77% p.a.)

Diesmal wäre ein Verlust über drei Jahre gesehen möglich gewesen. Allerdings kam das insgesamt nur vier Mal vor.

5 Jahre:

  • Minimum: -4,94% (= -1,01% p.a.)
  • Maximum: 129,52% (= +18,08% p.a.)

Über 5-Jahreszeiträume betrachtet hätten wir nur zwei Mal ein Minus erzielt.

10 Jahre:

  • Minimum: 19,92% (= +1,83% p.a.)
  • Maximum: 263,13% (= +13,76% p.a.)

Über einen Zeitraum von 10 Jahren hätten wir nominell kein einziges Mal einen Verlust hinnehmen müssen.

20 Jahre:

  • Minimum: 170,48% (= +5,10% p.a.)
  • Maximum: 964,37% (= +12,55% p.a.)

75% Aktien und 25% Anleihen


Wenn wir 75% in Aktien und 25% in Anleihen investieren, dann sticht der Rebalancing-Effekt sehr deutlich ins Auge. Denn nun stehen wir vor der Situation, dass eine Beimischung von Anleihen auf Sicht von 49 Jahren eine höhere Rendite gebracht hätte, als wäre man nur in Aktien investiert gewesen!

Der Effekt ist zwar nicht groß, da der Renditeunterschied zu Aktien nur 0,07% ausmacht – aber immerhin. Genauer gesagt hätten wir eine jährliche Rendite von 7,74% erzielt im Vergleich zu 7,67% bei Aktien und 6,19% bei Anleihen. Der Vermögensendwert hätte somit – natürlich ohne Berücksichtigung von Kosten – 3.855 Euro betragen.

Die Standardabweichung wäre mit 15,68% sogar deutlich niedriger gewesen als bei einem reinen Investment in Aktien.

Schlimmstenfalls hätten wir ein Verlustjahr von -25,72% hinnehmen müssen (2008). Insgesamt gab es 13 negative Jahre, wobei vier solcher Jahre ein Minus von mehr als 20% einbrachten.

75:25 für längere Zeiträume:

3 Jahre:

  • Minimum: -29,84% (= -11,14% p.a.)
  • Maximum: 97,46% (= +25,46% p.a.)

Von 1970 bis 2018 gab es insgesamt acht 3-Jahres-Perioden, in denen man einen Wertverlust hinnehmen hätte müssen.

5 Jahre:

  • Minimum: -22,30% (= -4,92% p.a.)
  • Maximum: 175,66% (= +22,48% p.a.)

Über einen Zeitraum von fünf Jahren war es nur dreimal der Fall, dass wir am Ende mit einem Verlust ausgestiegen wären.

10 Jahre:

  • Minimum: -4,71% (= -0,48% p.a.)
  • Maximum: 363,61% (= +16,58% p.a.)

Über 10-Jahreszeiträume gerechnet hätten wir nur ein einziges Mal ein Minus hinnehmen müssen (und zwar wenn wir 2009 wieder ausgestiegen wären).

20 Jahre:

  • Minimum: 174,29% (= +5,17% p.a.)
  • Maximum: 1443,31% (= +14,66% p.a.)

10% Aktien und 90% Anleihen


Unter Bezugnahme auf Harry Markowitz und sein berühmtes Konzept des Minimum Varianz Portfolios glauben viele, dass eine geringfügige Beimischung von Aktien zu einem Anleihedepot das Risiko in Form der Volatilität bzw. Standardabweichung nicht erhöht, sondern sogar senkt. Der Grund dafür sei die geringe Korrelation von Aktien und Anleihen.

Ich denke mal, die meisten plappern diese Weisheit einfach nach. Wir hingegen schauen uns lieber die Zahlen an. Und da man der Ansicht ist, dass etwa 10 Prozent Aktienanteil für den gewünschten Effekt sorgen, rechnen wir auch mit diesen 10% (manche gehen mitunter auch von deutlich mehr aus).

Die Rendite wäre dabei im Vergleich zu einem reinen Anleiheportfolio auf 6,54% gestiegen (also im Vergleich zu 6,19%).

Die Standardabweichung allerdings wäre nicht gesunken, aber immerhin in etwa gleich geblieben mit 4,90% (im Vergleich zu 4,87% bei Anleihen).

Insgesamt gab es nur drei negative Jahre bei einem Mischungsverhältnis von 10:90, wobei der maximale Verlust 2,86% betrug (im Jahr 1994).

Somit kann man sagen: Das Risiko ist trotz Beimischung von Aktien gleich geblieben (aber auch nicht gesunken wie viele behaupten), hat aber gleichzeitig die Rendite noch etwas erhöht.

10:90 für längere Zeiträume:

3 Jahre:

  • Minimum: 4,36% (= +1,43% p.a.)
  • Maximum: 48,08% (= +13,98% p.a.)

Da es schon beim 25:75-Portfolio keinen einzigen 3-Jahres-Zeitraum mit einem Minus gab, ist dies natürlich auch beim 10:90-Portfolio der Fall.

5 Jahre:

  • Minimum: 14,88% (= +2,81% p.a.)
  • Maximum: 76,34% (= +12,01% p.a.)

10 Jahre:

  • Minimum: 50,01% (= +4,14% p.a.)
  • Maximum: 150,71% (= +9,63% p.a.)

20 Jahre:

  • Minimum: 129,55% (= +4,24% p.a.)
  • Maximium: 435,79% (= + 8,76% p.a.

Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse:


Langfristige jährliche Durchschnittsrenditen:

  • 100% Aktien: 7,67%
  • 75% Aktien & 25% Anleihen: 7,74%
  • 50% Aktien & 50% Anleihen: 7,50%
  • 25% Aktien & 75% Anleihen: 6,98%
  • 10% Aktien & 90% Anleihen: 6,54%
  • 100% Anleihen: 6,19%

Standardabweichung der jährlichen Renditen:

  • 100% Aktien: 20,79%
  • 75% Aktien & 25% Anleihen: 15,68%
  • 50% Aktien & 50% Anleihen: 10,75%
  • 25% Aktien & 75% Anleihen: 6,44%
  • 10% Aktien & 90% Anleihen: 4,90%
  • 100% Anleihen: 4,87%

Schlechtestmögliche kumulierte Rendite über verschiedene Zeiträume:

  • 3 Jahre: -43,87% bei 100% Aktien
    • 50:50-Portfolio im Vergleich: -14,07%
  • 5 Jahre: -38,28% bei 100% Aktien
    • 50:50-Portfolio im Vergleich: -4,94%
  • 10 Jahre: -28,10% bei 100% Aktien
    • 50:50-Portfolio im Vergleich: +19,92%
  • 20 Jahre: +123,09% bei 100% Aktien
    • 50:50-Portfolio im Vergleich: +170,48%

Aktien und Anleihen kombinieren: So bestimmst du deinen optimalen Mix


Jetzt sind ziemlich viele Informationen auf dich eingeprasselt, wenn du alle bisherigen Teile der Artikelserie gelesen hast. Nun stellt sich die Frage, wie du all diese Informationen optimal für dich nutzen und eine strategische Asset Allokation festlegen kannst.

Natürlich sind Aktien und Anleihen nicht die einzigen Asset-Klassen, in die du investieren kannst – jedoch sind sie die wichtigsten. Denn diese Aufteilung bestimmt bereits den Großteil deiner zu erwartenden Rendite und auch deines Risikos.

Doch schauen wir uns jetzt an, wie du bei der Festlegung deiner strategischen Asset Allokation vorgehen kannst:

Deine Ziele als Ausgangspunkt deiner Überlegungen zeigen dir vor allem, wie hoch dein maximaler Aktienanteil sein kann. Die Ziele in Kombination mit den Informationen in diesem Artikel zeigen dir also noch NICHT, wie hoch der Aktienanteil genau sein sollte. Aber sie zeigen dir, wie hoch der Anteil allerhöchstens sein sollte.

Wenn du beispielsweise erstmal eine Liquiditätsreserve ansparen musst, dann sollte dein Aktienanteil NULL sein.

Wenn du für die Pension ansparen möchtest, die erst in 30 Jahren sein wird, dann kannst du theoretisch 100% in Aktien investieren. Denn dann spielen kurzfristige Schwankungen keine große Rolle mehr und es ist ziemlich sicher, dass du damit auch kaufkraftbereinigt deutlich im Plus sein wirst.

(Wie die Berechnungen allerdings gezeigt haben, könnte es selbst dann nicht schaden, einen gewissen Teil in Anleihen zu investieren und regelmäßig die Ausgangsgewichte anzupassen. Wenn man damit schon nicht die Rendite verbessert, so reduziert man zumindest die Volatilität.)

Liegt dein Anlagehorizont allerdings bei unter 15 Jahren, dann wäre es vielleicht nicht so klug, alles in Aktien zu investieren. Denn wenn du die Inflation mitberücksichtigst, dann kannst du nach 10 Jahren noch ein saftiges Minus damit machen. Selbst bei einer Aufteilung von 50:50 war noch ein Minus möglich.

Um also bei einem mittleren Anlagehorizont die maximale Aktienquote festzulegen, muss man noch etwas kennen, nämlich deine Risikotragfähigkeit.

Nehmen wir jetzt mal an, du hast einen sehr langen Anlagehorizont, hast eine Liquiditätsreserve bereits angespart und weiteres Geld in Geldmarktinstrumenten und auch in eine Versicherung investiert, die schon bald auslaufen wird.

Deshalb überlegst du, hauptsächlich in Aktien zu investieren. Aufgrund der Risikooptimierung und mit gleichzeitigem Blick auf höchstmögliche langfristige Erträge schwebt dir ein Portfolio mit 75% Aktien und 25% Anleihen vor.

Bei näherem Hinsehen wird dir aber schnell klar, dass eine so hohe Aktiengewichtung doch nichts für dich ist. Und das ist auch gut so, denn du bist schließlich eher ein vorsichtiger Anleger.

Denn auch wenn du das Geld wirklich für 20 oder gar 30 Jahre nicht brauchst, weil du für die fern in der Zukunft liegende Pension ansparst – du musst dennoch die Kursschwankungen aushalten können.

In der Vergangenheit hättest du mit einem 75:25-Portfolio ein maximales jährliches Minus von 25,72% aushalten müssen (genauer gesagt im Jahr 2008). Und es hätten durchaus auch 30% sein können, wenn die Anleihen in diesem Jahr nicht so gut rentiert hätten.

Oder nimm mal die Periode von 2000 bis 2002 her, wo drei Jahre hintereinander negativ waren und viele Zeitungen vom Untergang der Aktien geschrieben haben. Verlierst du in einer solchen Situation wirklich nicht die Nerven?

Fakt ist: Mach lieber einen Risikoabschlag. Wenn du der Überzeugung bist, dass eine Aufteilung von 75% Aktien und 25% Anleihen für dich das richtige ist, dann entscheide dich vielleicht eher für eine 50:50-Aufteilung. Dieser Rat gilt ganz besonders dann, wenn du noch keine Erfahrungen am Kapitalmarkt sammeln konntest und dein Wissen darüber noch eher bescheiden ist. Erst mit größerer Erfahrung kann man sich mehr zutrauen.

Zudem ist noch zu bedenken, dass wir nicht Jahrzehnte in die Zukunft blicken können. Deshalb brauchst du meiner Meinung nach neben einer Liquiditätsreserve in Höhe von mindestens drei Nettomonatseinkommen auch eine weitere mittelfristige Reserve von ebenfalls einigen Nettomonatseinkommen, denn du weißt nicht, was die Zukunft bringt.

 

PS:

Hier geht es zum nächsten Teil der Serie: Wie kann ich Ertrag und Risiko noch weiter optimieren?

 

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