Was sind Aktien?

Aktien sind Wertpapiere, die einen Anteil an einer Aktiengesellschaft verbriefen. Wenn du demnach Aktien eines bestimmten Unternehmens besitzt, dann bist du Miteigentümer eben dieses Unternehmens.

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Aktien bieten sowohl für die Unternehmen als auch für Investoren viele Vorteile. Und sie sind eben NICHT wie viele denken, einzig und allein ein Spekulationswerkzeug und somit gleichzusetzen mit einem Spiel am Roulettetisch im Kasino.

Doch schauen wir uns Aktien zuerst mal aus Sicht der Unternehmen an. Dadurch wird klar, warum es sie überhaupt gibt …

Warum es Aktien gibt


Stell dir ein Unternehmen mit tragfähigem Geschäftsmodell vor, das expandieren möchte, doch es fehlt das nötige Geld dazu. Vielleicht ist man auch gezwungen zu expandieren, damit man in Zukunft konkurrenzfähig bleibt, da man nur ab einer gewissen Unternehmensgröße mit akzeptablen Kosten arbeiten kann (in der Fachsprache sagt man auch Skaleneffekte dazu, wenn man Kostenvorteile aufgrund der Größe lukrieren kann).

Für solcherart Wachstumsprozesse macht es nur bedingt einen Sinn, sich das nötige Geld von der Bank zu holen, denn gerade zu Beginn ist mit geringen bis keinen Rückflüssen zu rechnen – Zinsen sind aber in der Regel trotzdem zu zahlen.

Was bleibt ist oftmals der Gang an die Börse, an der man sich auch als relativ junges und aufstrebendes Unternehmen das nötige Geld beschaffen kann.

Wenn dir das jetzt alles viel zu riskant klingt, dann denk doch nur mal an Firmen wie Microsoft und Amazon. Ohne die Börse wären diese Firmen nicht zu dem geworden was sie heute sind. Und die USA ist allen anderen Industrienationen der Welt wohl nur deshalb einen Schritt voraus, weil es dort eine so gute Aktienkultur gibt, nach der man bei uns leider vergeblich sucht.

Ein Vorteil des Börsegangs ist nämlich auch, dass frisches Eigenkapital ins Unternehmen kommt und dadurch auch die Bilanz des Unternehmens gestärkt wird. Dadurch wird in weiterer Folge auch die Kreditfähigkeit erhöht und dies ermöglicht es dem Unternehmen, Fremdkapital zu besseren Konditionen aufzunehmen als zuvor.

Die Vorteile von Aktien aus Sicht der Investoren


Bleiben wir bei den vorhin genannten Beispielen von Amazon und Microsoft:

Wärst du bei Amazon gleich im Jahr 1997 von Beginn weg dabei gewesen, dann hättest du dich exakt 20 Jahre später (genauer gesagt am 15. Mai 2017) über einen Kursgewinn von 5.233 % gefreut. Oder anders ausgedrückt: Aus 1.000 Euro wären in diesem Zeitraum über 53.000 Euro geworden (Gebühren und Steuern natürlich nicht berücksichtigt).

Microsoft ist bereits etwas älter. Das Unternehmen ist schon seit 1986 an der Börse und deren Aktien bescherten den Anlegern genau 30 Jahre später einen Wertzuwachs von 71.283 Prozent! Oder anders ausgedrückt: Aus 1.000 Euro (beziehungsweise damals noch D-Mark oder Schilling) wurden 722.830 Euro.

Natürlich sind nicht alle Unternehmen so erfolgreich an der Börse unterwegs wie Microsoft oder Amazon. Doch eines ist klar: Die Kurssteigerungen kamen vor allem deshalb zustande, weil diese Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich waren. Und aus diesem Grund ist das Investment in Aktien eben nicht vergleichbar mit dem Spiel am Roulettetisch.

Der Wert von Aktien hängt vor allem vom Wert des Unternehmens ab und da vor allem von deren Fähigkeit, Gewinne zu erzielen. Auch wenn es kurzfristig zu Übertreibungen in die eine oder andere Richtung kommt – langfristig hängt der Aktienkurs von der Entwicklung des Unternehmens ab.

Woraus setzt sich die Aktienrendite zusammen?


Der Wertzuwachs (auch Rendite genannt) eines Investments in Aktien kommt vor allem von zwei Quellen, nämlich von Kursgewinnen und von Dividendenausschüttungen.

Aktienkurse spiegeln langfristig gesehen vor allem den Wert des Unternehmens wider. Kann ein Unternehmen über Jahre hinweg wachsen und seine Gewinne steigern, dann wird auch der Kurs der Aktie nach oben gehen. Kurz- bis mittelfristig kann es aus Spekulationsgründen und aufgrund der Emotionalität der Marktteilnehmer aber zu Übertreibungen und damit zu heftigen Kurssprüngen in die eine oder andere Richtung kommen (das ist auch der Grund, warum die Investition in Aktien häufig als Glücksspiel angesehen wird).

Ebenfalls eine große Rolle spielen langfristig auch Dividendenzahlungen. Für alteingesessene Unternehmen, die ihre Gewinne nicht mehr im selben Ausmaß wie früher steigern können, gilt dies umso mehr. Oftmals macht dort die Dividende die Hälfte von der langfristigen Rendite aus.

Neben diesen zwei Hauptkomponenten gibt es noch weitere Möglichkeiten mit Aktien Geld zu verdienen. Ein Beispiel wäre der Verkauf von Bezugsrechten. Kurz- bis mittelfristig spielen auch Währungsschwankungen eine große Rolle (zumindest bei Aktienkäufen in Übersee).

Arten von Aktien


Aktien können unterschiedlich ausgestaltet sein. Am wichtigsten sind folgende Unterscheidungen:

Inhaber- vs. Namensaktien:

Am häufigsten kommen Inhaberaktien vor. Diese können formlos übertragen und in der Regel börsentäglich gehandelt werden.

Namensaktien lauten hingegen auf den Namen des Aktionärs. Dies macht natürlich die Übertragung um einiges schwieriger. Noch komplizierter ist das bei vinkulierten Namensaktien, für deren Übertragung die Zustimmung des Unternehmens erforderlich ist.

Stamm- vs. Vorzugsaktien:

Hier kommen ganz klar Stammaktien am häufigsten vor. Sie bieten allen Aktionären die gleichen Rechte – also ein Stimm- und Auskunftsrecht auf der jährlichen Hauptversammlung sowie ein Recht auf Dividende, auf den Bezug neuer Aktien und auf einen Anteil am Liquidationserlös.

Vorzugsaktien hingegen sind meist bei der Dividende bevorzugt. Dafür hat man dann in der Regel kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung.

Die Aktiengesellschaft


Hier möchte ich noch kurz das österreichische Aktiengesetz zitieren:

„§1 Die Aktiengesellschaft ist eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit, deren Gesellschaft mit Einlagen auf das in Aktien zerlegte Grundkapital beteiligt sind, ohne persönlich für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu haften.“

Wenn du also in eine Aktiengesellschaft (kurz AG genannt) investierst, dann haftest du nur mit deinem eingesetzten Kapital. Und NICHT wie als Einzelunternehmer auch mit deinem Privatvermögen.

Die Aktiengesellschaft ist so organisiert:

Es sind drei so genannte Organe bestehend aus natürlichen Personen (also nicht aus Unternehmen) vorgesehen:

  1. Die Hauptversammlung (bestehend aus den Aktionären) wählt …
  2. … den Aufsichtsrat als Kontrollorgan, dieser bestellt und kontrolliert …
  3. … den Vorstand, welcher dem Aufsichtsrat regelmäßig berichten muss.

 

Synonyme von Aktien (englisch): Stock, Share

 

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