Studie: Viele Deutsche haben kein Finanzwissen

Laut einer aktuellen Studie des französischen Versicherungskonzerns AXA verfügen die Deutschen über ein sehr schlechtes Finanzwissen (und es ist wohl nicht davon auszugehen, dass es hierzulande in Österreich auch nur irgendwie besser um das Finanzwissen bestellt ist).

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Dabei verbinden die meisten Befragten Aktien mit einem reinen Spekulationswerkzeug. Sinnvolle Pensionsvorsorge sei damit nicht möglich.

 

Nachfolgend findest du ein paar Ergebnisse aus der Studie:

Die optimale Dauer für Geldanlagen

Als optimale Dauer für die Geldanlage in Aktien gaben die Deutschen im Schnitt 28 Monate an. Lediglich 12 Prozent der Erwachsenen Deutschen erachten es hingegen als sinnvoll, dass man bei einem Investment an der Börse einen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren hat (und man sollte auch wirklich einen derart langen Anlagehorizont haben, wenn man in Aktien investiert). Demnach zeigt sich bereits hier eine große Bildungslücke.

Dabei erstreckt sich dieses schlechte Finanzwissen quasi über alle Altersgruppen. Besonders bitter ist dabei, dass die ganz junge Generation der 18- bis 24- Jährigen meint, ein Anlagehorizont von durchschnittlich nur 20 Monaten sei optimal bei der Investition in Aktien. Denn somit ist nicht davon auszugehen, dass sich an der schlechten Aktienkultur in Deutschland in naher Zukunft etwas ändern wird.

Die Einstellung der Babyboomer-Generation

Besonders schlecht schnitt bei dieser Studie zum Finanzwissen neben den ganz Jungen auch die Generation der so genannten Babyboomer ab. Das ist jene Gruppe von Menschen, die in den nächsten Jahren in Pension gehen wird – und somit eigentlich ein gutes Finanzwissen haben sollte um gut privat vorsorgen zu können. Nur leider ist es gerade bei dieser Personengruppe besonders schlecht um eben dieses Finanzwissen bestellt …

Für 61 Prozent der heute 50- bis 64- Jährigen Deutschen bedeutet die Geldanlage in Aktien lediglich „unkontrollierbare Risiken“ von denen man die Finger lassen sollte. Vier von zehn lehnen Anlagen an der Börse sogar aus Prinzip ab. Wenig verwunderlich, dass für zwei Drittel der Babyboomer-Generation die Geldanlage in Aktien nur etwas für Experten ist und nicht für den normalen Bürger.

Schade eigentlich, denn damit entgeht (und entging ihnen vor allem bereits) ein enormes Potential in Sachen Geldanlage und Pensionsvorsorge, wenn man die Börse von vornherein ablehnt und als hoch spekulativ abstempelt.

Nur wenige haben realistische Renditeerwartungen

Auch was das Thema der langfristig zu erwartenden Rendite angeht, haben viele Deutsche entweder keine oder nur eine unrealistische Vorstellung.

Genauer gesagt antworteten 56 Prozent mit „Weiß nicht“ auf die Frage „Welchen jährlichen Ertrag erwarten Sie bzw. würden Sie erwarten?“.

Lediglich 14 Prozent der Befragten gaben eine realistische Einschätzung ab.

Wenig Wissen zur Inflationsrate

Auch wenn es um die Inflation geht, haben die meisten Befragten keine Ahnung. Beispielsweise kann mehr als die Hälfte keine Angabe darüber machen, wie hoch die aktuelle Inflationsrate in etwa ist. Auffallend ist hier, dass dabei deutlich mehr Frauen keine Einschätzung abgeben können als dies bei den Männern der Fall ist.

Doch es gibt einen Lichtblick: Besitzer von Aktien schneiden beim Finanzwissen noch vergleichsweise gut ab. Sie haben eine realistischere Erwartung und wissen größtenteils auch, wie hoch die aktuelle Inflationsrate in etwa ist. Schade nur, dass die Aktionärsquote in Deutschland recht gering ist (im Jahr 2017 lag sie laut Aktieninstitut bei nicht mal 8% bzw. bei etwas mehr als 15% wenn man Aktienanteile in Investmentfonds hinzurechnet).

Die geringste Ahnung haben hier wieder die 18- bis 24-Jährigen. Etwa dreiviertel dieser Altersgruppe kann keine Einschätzung zur Inflation machen. Und das obwohl ein Euro bei einer Inflationsrate von grade mal 2 Prozent in 30 Jahren nur mehr 55 Cent wert ist.

 

Weitere Details zur Studie findest du auf der Webseite von AXA.

 

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