Jetzt wird´s ernst: Die richtige Fondsauswahl

In diesem achten Teil der Artikelserie „Geldanlage – so funktioniert es“ schauen wir uns die konkrete Fondsauswahl an.

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Doch zuerst solltest du mal die Grundsatzentscheidung treffen, ob du die Geldanlage selbst vornimmst oder diese auslagerst. Wenn du den entsprechenden Artikel hierzu noch nicht gelesen hast, dann kannst du das hier nachholen.

Und falls deine Entscheidung jetzt lautet, dass du dich selbst um deine Geldanlage kümmerst, musst du nun die richtigen Investmentfonds und ETFs auswählen. Genau das schauen wir uns heute an 😉

Außerdem gehen wir auch auf die Auswahl von Multi Asset Fonds und Mischfonds ein, falls du dich nicht übermäßig intensiv um deine Geldanlage kümmern willst …

Fondsauswahl, Teil 1: ETFs


Beginnen wir mit der Fondsauswahl bei Indexfonds und ETFs – aus dem einfachen Grund, weil hier die Auswahl vergleichsweise einfach ist.

Denn was die ETF-Auswahl betrifft, haben wir das wichtigste ja schon getan. Die Basis dafür ist nämlich die Auswahl der zugrunde liegenden Märkte. Und wie wir in einem vorangegangenen Beitrag zur Serie festgestellt haben, suchen wir nach den folgenden Aktieninvestments:

  • Als Basisinvestment brauchen wir einen weltweit veranlagenden Aktienfonds – womöglich einen, der speziell in Value-Titel investiert (also z.B. einen ETF, der in den MSCI World Enhanced Value Index investiert).
  • Daneben macht es vielleicht noch Sinn, Europa überzugewichten, um das Exposure gegenüber den USA und dem US-Dollar zu reduzieren (ebenfalls mit Übergewichtung von Value-Titeln).
  • Und auch ein Investment in Small Caps macht Sinn (z.B. in Form des MSCI World Small Cap Index).
  • Ebenfalls zu überlegen ist ein Engagement in Emerging Market Aktien (z.B. in Form des MSCI Emerging Markets bzw. auch des MSCI Emerging Markets Small Cap Index).

In punkto Anleihen sind wir nach folgenden zwei Dingen auf der Suche:

  • Als Basisinvestment suchen wir einen Anleiheindex, der in auf Euro lautende Staatsanleihen bester Bonität investiert – mit etwa durchschnittlicher Restlaufzeit der darin enthaltenen Titel (als wichtigste Indizes gelten hier der Bloomberg Barclays Euro Government Bond Index, der iBoxx EUR Liquid Sovereigns Index und der eb.Rexx Government Germany Index).
  • Daneben empfiehlt sich ein Staatsanleiheindex, der in den Schwellenmärkten investiert (wie z.B. der J.P. Morgan EMBI Global Diversified).

Natürlich könntest du hier auch eine Vereinfachung treffen und nur jeweils einen Aktien- und einen Anleihe-ETF aussuchen. Also so wie wir es bei unseren Berechnungen hier gemacht haben: Du mischt einfach den MSCI World mit dem eb.Rexx. Dadurch vereinfacht sich nicht nur die Auswahl zu Beginn, sondern auch das periodische Rebalancing wird dadurch weit einfacher.

Der Nachteil, wenn du nur zwei ETFs kaufst: Dein Rendite-Risiko-Profil ist dadurch nicht ganz optimal. Wie wir bereits im Rahmen der bisherigen Artikelserie gesehen haben: Durch die Beimischung bestimmter Faktoren wie Value und Small Caps sowie Emerging Markets kann sich die Rendite beträchtlich erhöhen – und zwar ohne dass die Volatilität im selben Ausmaß in die Höhe geht.

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Wenn du dann diese Grundsatzentscheidung über die Märkte getroffen hast, brauchst du eigentlich nur mehr auf eine passende Webseite mit Detailanalysen für ETFs zu gehen, die jeweiligen Indizes in die Suchmaske einzugeben und schon erscheinen jene Produkte, die genau in diese Indizes investieren.

Recht schön finde ich hierfür die Seite justetf.com.

Nun musst du noch entscheiden, in welchen ETF du investieren willst. Und im Grunde kannst du hier nicht sehr viel falsch machen, da sich die ETFs in der Regel sehr ähneln. Doch trotzdem hier die wichtigsten Auswahlkriterien um eine möglichst optimale Entscheidung zu treffen:

#1 Entscheide dich wenn möglich für physische ETFs

Es gibt auch ETFs, die ihren Index synthetisch mittels Swaps abbilden. Das Problem dabei ist das Kontrahentenrisiko. Es könnte zum Beispiel die Bank, mit der man die Swapvereinbarungen abgeschlossen hat, zahlungsunfähig werden. Auf der sicheren Seite ist man da mit ETFs, die wirklich in die zugrundeliegenden Aktien und Anleihen investieren – und sei es bloß mittels Samplingmethode (dabei werden nur die wichtigsten Indextitel gekauft und nicht alle).

Auf justetf.com erhältst du bei jedem ETF die Information dieser Replikationsmethode (wobei man zwischen drei Arten unterscheidet: physisch mittels vollständiger Replikation, physisch mittels Sampling und synthetisch mittels Swapgeschäften).

#2 Fondsvolumen und Fondsalter

Fondsvolumen und Fondsalter geben Aufschluss darüber, ob der ETF in einigen Jahren wahrscheinlich noch bestehen wird oder nicht. Bei einem Volumen von über 100 Millionen Euro stehen die Chancen sehr gut, dass die Gesellschaft den ETF beibehält.

Was das Alter angeht, sollte der Fonds mindestens seit einem Jahr bestehen um auch Vergleiche mit anderen Fonds der Kategorie anstellen zu können.

#3 Laufende Kosten in Form der TER

Die TER ist die Total Expense Ratio, also übersetzt die Gesamtkostenquote.

Anders als es der Name vermuten ließe, enthält die TER aber nicht alle Kosten wie z.B. Prüf- und Transaktionskosten. Hier gilt, dass ein hohes Volumen des ETF ebenfalls von Vorteil ist. Bei sehr großvolumigen Fonds fallen nämlich die übrigen Kosten nicht ins Gewicht und die TER ist sehr aussagekräftig.

#4 Wertentwicklung im Vergleich

Bei einem ETF sollte man sich im KID (also dem Kundeninformationsdokument, manchmal auch „Wesentliche Anlegerinformationen“ genannt) den Vergleich mit dem Index ansehen. Liegt die Abweichung in einem kleinen Rahmen? Wie ist die Abweichung bei anderen ETFs?

Wahrscheinlich ist das sogar das wichtigste Auswahlkriterium von allen, wenn es um ETFs geht.

#5 Fondsdomizil

Aus rechtlichen und vor allem steuerrechtlichen Gründen sollten in Europa aufgelegte Fonds gewählt werden.

#6 Ausschüttend vs. Thesaurierend

Je nach Anlageziel kann es Sinn machen, sich für Fonds zu entscheiden, die Dividenden und Zinsen ausschütten oder aber sofort wieder reinvestieren (wie dies bei thesaurierenden Fonds der Fall ist).

#7 Kostenbelastung beim Kauf

Manche Banken und Onlinebroker bieten für bestimmte Anbieter von ETFs vergünstigte An- und Verkaufskosten an. Mitunter kann auch das die Fondsauswahl beeinflussen.

Fondsauswahl, Teil 2: Investmentfonds


Auch bei der Auswahl von Investmentfonds ist es wichtig, zuerst das Anlageuniversum zu klären. Sprich: Man muss genau wissen, in welche Asset-Klassen und Märkte man investieren will und wie die Asset Allokation im Detail aussehen soll. Es gilt also dasselbe wie für ETFs. Die genaue Auswahl ist jedoch bei aktiv gemanagten Investmentfonds etwas schwieriger …

#1 Niemals Äpfel mit Birnen vergleichen

In Zeitschriften zum Thema Geldanlage gibt es sehr häufig aktuelle Fondsrankings, wo die besten Investmentfonds der vergangenen drei oder fünf Jahre vorgestellt werden.

Das Problem dabei ist, dass man zum Beispiel weltweit veranlagende Aktienfonds keineswegs miteinander vergleichen kann. Die einen legen ihren Fokus eher auf den europäischen Raum, da sie auch von Europa aus verwaltet werden. Andere wiederum berücksichtigen aus dem selben Grund eher den US-amerikanischen Raum.

Dann gibt es Fondsmanager, die eher auf Wachstumsaktien (=Growth) setzen – wieder andere setzen eher auf Substanzaktien (=Value). Manche wiederum investieren nur in die größten Unternehmen was die Marktkapitalisierung betrifft, wieder andere können aber auch in Small- und Mid-Cap-Unternehmen investieren.

Und manchen Investmentfonds ist es dann auch noch gestattet, in den Emerging Markets zu investieren, wenn sie dort spezielle Chancen sehen.

Du siehst also: Bei ETFs ist die Auswahl noch relativ einfach. Denn wenn ein ETF den MSCI World Aktienindex nachbilden soll, dann ist davon auszugehen, dass er auch genau das tut. Bei einem klassischen Aktienfonds hingegen muss sich ein Fondsmanager nicht unbedingt an diesem Index orientieren – selbst wenn derselbe als Vergleichsmaßstab auserkoren wurde.

Man sollte daher genau hinsehen, in was der Investmentfonds konkret investiert bzw. auch investieren darf. Erkennen kann man das überblicksmäßig im KID und im Fact Sheet. Genaueres erfährt man darüber hinaus im Prospekt, welcher ebenfalls verpflichtend veröffentlicht werden muss. Dort kann man die Anlagegrundsätze genau nachlesen.

#2 Betrachtung vergangener Renditen

Erst wenn man genau weiß, in was der Fonds konkret investieren kann, ist es sinnvoll, Vergleiche mit ähnlich verwalteten Fonds anzustellen. Und erst dann macht vor allem ein Renditevergleich Sinn.

Von Vorteil ist es da, wenn die Fonds, die du vergleichen willst, alle schon länger bestehen. Optimal ist es, wenn sie alle bereits seit drei oder mehr Jahren bestehen. Sind sie kürzer auf dem Markt, dann lohnt sich ein Vergleich nicht wirklich. Kurzfristig spielt nämlich auch der Faktor Glück eine große Rolle.

Eine schöne Vergleichsmöglichkeit was die Charts unterschiedlicher Investmentfonds betrifft, bietet übrigens fondsweb.de. Dort kannst du drei Fonds gleichzeitig und sehr anschaulich einander gegenüberstellen.

#3 Die Betrachtung vergangener Renditen ist zu wenig!

Einzig die vergangenen Renditen der Fonds zu vergleichen und danach eine Auswahl zu treffen, ist viel zu wenig!

Erstens geht das nicht bei Investmentfonds, die erst vor kurzem aufgelegt wurden. Und zweitens sind vergangene Erträge keine Garantie für künftige!

Viel wichtiger ist es sowieso, die Anlagestrategie des Fonds zu verstehen und Vertrauen in die Fondsgesellschaft und in das Fondsmanagement zu haben. Denn letztlich sind es die Menschen, die den Fonds managen und die dafür sorgen, ob der Fonds auch zukünftig mit hohen Renditen glänzt oder nicht.

Zum Beispiel gab es in der Vergangenheit sehr viele Fonds, die über einen gewissen Zeitraum überdurchschnittlich hohe Renditen abgeworfen haben und dann – aus welchen Gründen auch immer – hinter dem Durchschnitt zurückgefallen sind.

Sehr oft wurde beispielsweise das Fondsmanagement ausgewechselt. Wenn du also einen Fonds genauer unter die Lupe nimmst, dann solltest du überprüfen, ob das Management immer noch dasselbe ist wie früher?

Oder wurde vielleicht die Anlagestrategie in den letzten Jahren verändert? Womöglich durfte man früher Small Cap Aktien in großem Umfang beimischen und heute nicht mehr? Auch das könnte eine vergangene Überrendite erklären, die durch die Änderung in der Strategie nicht mehr zu erwarten wäre.

#4 Fondsvolumen und Fondsalter

Ähnlich wie bei ETFs sollte auch ein Blick auf das Fondsvolumen geworfen werden. Allerdings müssen es hier nicht unbedingt 100 Millionen sein wie bei ETFs, da aktiv gemanagte Investmentfonds dem Verwalter mehr Ertrag bringen und somit schon geringere Summen profitabel sind.

Mehr als 10 Millionen an Fondsvolumen sollten es dann aber schon sein wenn es den Fonds schon länger gibt. Neben der Wahrscheinlichkeit der Fortführung des Investmentfonds ist das auch durch die hohe Fixkostenbelastung bei Investmentfonds wichtig. Denn der Wirtschaftsprüfer beispielsweise muss auch dann bezahlt werden, wenn fast kein Geld im Fonds steckt. Bei einem hohen Fondsvolumen fällt das aber nicht wirklich ins Gewicht.

#5 Laufende Kosten in Form der TER

Natürlich ist das bei aktiv gemanagten Fonds nicht gleich wichtig wie bei ETFs. Jedoch ist es schon so, dass der Fondsmanager die Kosten erstmal hereinbringen muss. Wenn die Verwaltungsgebühr also zum Beispiel 2% beträgt, die der Anleger pro Jahr zahlen muss, dann musst du als Manager des Investmentfonds den Markt um 2% Jahr für Jahr schlagen um gleich gut zu sein wie der Index.

Deshalb ist es auch viel wahrscheinlicher, dass ein anderer Fonds, der nur 1% jährliche Kosten verlangt, eine bessere Chance hat den Index nachhaltig schlagen zu können.

(Und um noch einmal zurück zu kommen zu den vergangenen Renditen: Ein Fondsmanager kann in der Vergangenheit auch einfach Glück gehabt haben. Deshalb würde ich auf jeden Fall den günstigeren wählen, wenn sich zwei Fonds ansonsten nicht großartig voneinander unterscheiden.)

#6 Qualität der Fondsgesellschaft

Auch die Qualität der Fondsgesellschaft als Ganzes könnte man noch betrachten. Fühlt man sich wohl, gerade dieser Fondsgesellschaft sein Geld anzuvertrauen?

Was für Fonds managt die Gesellschaft noch? Worin liegt eigentlich der Schwerpunkt der Gesellschaft? Sind sie generell gut oder eher mittelmäßig oder gar nur unterdurchschnittlich?

Dazu lohnt es sich, die Produktpalette als Ganzes genauer unter die Lupe zu nehmen. Dadurch kann man auch beurteilen, wie wichtig der Gesellschaft jener Fonds ist, den man ins Auge gefasst hat. Liegt dieser von seinem Anlageschwerpunkt im Kernbereich der Gesellschaft oder ist er eher ein Randthema?

Dementsprechend fällt dann nämlich auch oft die künftige Anstrengung aus. Kleinvolumige Investmentfonds, die außerhalb der Kernkompetenzen liegen, sind der Gesellschaft in der Regel weniger wichtig.

#7 Neben der Rendite ist auch das Risiko relevant

Neben den vergangenen Renditen sollte man auch historische Risikokennzahlen betrachten – und zwar ebenfalls wieder im Vergleich zu ähnlichen Fonds derselben Kategorie.

Wie sah die Volatilität in der Vergangenheit aus? Was war der maximal mögliche Verlust in den letzten Jahren? Und wie hoch war dieser maximale Verlust bei vergleichbaren Fonds?

Geht der Fondsmanager eher risikoreich zu Werke oder ist er bedacht, das Risiko zu reduzieren? Manche Fondsmanager holen ihre Outperformance nämlich nicht in Boomphasen, sondern machen einen geringeren Verlust, wenn die Märkte stark nach unten gehen.

#8 Weitere Faktoren

Neben den aufgezählten gibt es sicher noch weitere Faktoren.

Zum Beispiel könnte man sich noch ansehen, wie oft im Portfolio umgeschichtet wird. Denn durch häufige Umschichtungen ist lediglich eines garantiert – nämlich, dass die Transaktionskosten steigen werden.

Wie bei den ETFs sollte man auch bei klassischen Investmentfonds auf das Fondsdomizil achten – nicht, dass man steuerliche Schwierigkeiten bekommt.

Fondsauswahl, Teil 3:
Multi-Asset-Fonds und Mischfonds


Im Prinzip gilt für die Fondsauswahl bei Multi-Asset-Produkten und Mischfonds dasselbe wie für traditionelle Investmentfonds. Die einzige Ausnahme ist hier die, dass ein Vergleich mit anderen Fonds derselben Kategorie noch schwieriger sein kann – und bei Multi-Asset-Fonds gilt das noch mehr als für Mischfonds …

Mischfonds investieren die ihnen anvertrauten Kundengelder in der Regel in Aktien, Anleihen und zu einem geringeren Teil auch in Geldmarktinstrumente. Ob man unterschiedliche Mischfonds miteinander vergleichen kann, hängt von ihrem Risikoprofil – und deshalb vor allem von der Aktienquote – ab.

Bei manchen Mischfonds ist die Aktienquote fix festgelegt und wird periodisch angepasst. Zum Beispiel kann in den Anlagegrundsätzen im Prospekt festgelegt sein, dass der Fonds zu 50% in Aktien weltweit investiert.

Wieder andere Mischfonds allerdings können die Aktienquote variabel festlegen. Zum Beispiel könnte dann festgelegt sein, dass sie bis zu 70% in Aktien investieren dürfen, wenn es das Fondsmanagement für erfolgversprechend hält. Allerdings kann die tatsächliche Aktienquote über einen längeren Zeitraum betrachtet sogar unter 50% liegen.

Kann man die Fonds also miteinander vergleichen oder nicht? Keine leichte Frage, auf die es auch keine eindeutige Antwort geben kann.

Noch schwieriger ist es mitunter mit den Multi-Asset-Fonds. Hier kann das Fondsmanagement noch zusätzlich in alternative Investments veranlagen – also zum Beispiel in Rohstoffe via ETFs oder Futures bzw. in Hedge Fonds.

Je nach Marktphase kann es dann vorkommen, dass man entweder genauso investiert ist wie Mischfonds und nur in Aktien und Anleihen sowie Geldmarktinstrumente investiert. In anderen Marktphasen finden sich aber oft Long/Short-Strategien und andere Hedge Fonds sowie Rohstoffinvestments im Portfolio.

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Meine Tipps daher bei der Fondsauswahl von Mischfonds und Multi-Asset-Fonds:

#1 Orientiere dich erstmal an der Strategie des Fonds

Wenn im KID und im Prospekt steht, dass es sich um einen ausgewogenen Fonds handelt, der etwa 50:50 in Aktien und Anleihen investiert (bzw. darüber hinaus alternative Investments beimischen darf), dann solltest du ihn mit weiteren Fonds vergleichen, die sich in ähnlicher Art und Weise selbst einschätzen.

#2 Vergleiche historische Rendite- und Risikomaße

Wenn es den Fonds schon ein paar Jahre gibt, kannst du auch einen Blick auf den so genannten SRRI werfen, der im KID aufgeführt wird. Diese Risikokennzahl geht von 1 bis 7 und ist ein Ausdruck der zu erwartenden Volatilität des Fonds. Ein SRRI von 4 entspricht einem mittleren Risiko eines ausgewogenen Portfolios. Aktienfonds finden sich meist in den Kategorien 5 und 6 wieder. Kategorie 7 ist eher theoretisch – dort ist das Risiko schon so groß, dass man besser die Finger davon lässt.

Daneben empfiehlt sich auch ein Chartvergleich der betreffenden Fonds – und zwar vor allem auch in Hinblick auf die Schwankungsbreite und nicht nur was die vergangene Rendite betrifft. Denn das gibt Aufschluss darüber, ob sich das Fondsmanagement an die eigenen Vorgaben hält.

#3 Berücksichtige die Flexibilität des Fondsmanagements

Wenn die Aktienquote von vornherein festliegt bzw. in einem engen Rahmen liegt, dann weißt du auch von vornherein, welches Risiko du damit eingehst. Allerdings hat dann das Fondsmanagement auch nicht die Möglichkeit steuernd einzugreifen in besonders schlechten Jahren.

Andererseits birgt eine hohe Flexibilität auch höhere Risiken. Denn auch wenn der Fonds im Moment nur zu 50% in Aktien investiert ist, heißt das nicht, dass dies auch so bleibt. Zumindest nicht dann, wenn im Prospekt steht, dass das Fondsmanagement bis zu 100% in Aktien investieren darf. Womöglich liegt dann nämlich die künftige Schwankungsbreite weit höher als im Moment.

#4 Lies Publikationen und Mitteilungen des Fondsmanagements

Besonders wichtig finde ich es bei Multi-Asset-Fonds und Mischfonds wie das Fondsmanagement eingestellt ist. Man kennt dies daran, ob sie eher risiko- oder aber eher renditebetont kommunizieren.

Wenn sie bei jeder Gelegenheit die Risiken bei ihren Anlageentscheidungen betonen, dann kann man davon ausgehen, dass sie auch in Zukunft vor allem darauf achten werden, dass das Risikoprofil des Fonds sich nicht verschlechtert.

Betont das Fondsmanagement aber bei jeder Gelegenheit die guten Renditemöglichkeiten, dann liegt wohl auch der Fokus darauf. Dann bedeutet ein momentaner Aktienanteil von 50% vielleicht nur, dass man momentan nicht so viel Potential in Aktien sieht und den Anteil in Zukunft steigern wird, wenn die Aussichten besser werden. Und deshalb ist davon auszugehen, dass das Risiko in Form der Volatilität in Zukunft eher steigen wird.

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