Persönliche Ziele – Was sie für Deine Geldanlage bedeuten

In diesem zweiten Teil der Serie zur richtigen Geldanlage dreht sich alles um deine persönlichen Ziele, die du mit der Geldanlage verfolgst.

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Deine Ziele sollten nämlich das erste sein, über das du dir Gedanken machst, wenn du dein Geld anlegen möchtest. Es geht also zu Beginn noch nicht um die Aufteilung des Anlagebetrages in Aktien und Anleihen. Und schon gar nicht geht es im ersten Schritt um die konkrete Auswahl der Einzeltitel und Fonds.

Zuerst musst du dir mal darüber klar werden, was du überhaupt erreichen willst. Was soll am Ende dabei herausschauen?

Bestimme die Ziele der Geldanlage


Ok ich geb´s zu: Die persönlichen Ziele der Geldanlage lassen sich nicht ganz frei bestimmen. Es hängt natürlich stark von deiner aktuellen Lebenssituation ab, und außerdem auch davon, wann du dein Geld wieder benötigst und wie deine finanzielle Situation ausschaut.

Als erstes sollte deine benötigte Liquiditätsreserve geplant und sichergestellt werden. Es macht wenig Sinn, wenn du all dein Geld am Kapitalmarkt investierst und du dir dann nicht einmal einen neuen Kühlschrank kaufen kannst, wenn der alte auf einmal seinen Geist aufgibt (siehe auch: „Die 7 schlimmsten Fehler bei der Geldanlage„).

Es lässt sich zwar nicht so einfach sagen, wie hoch deine Liquiditätsreserve sein sollte, da dies vor allem von dir und deiner individuellen Lebenssituation abhängt. Doch als Faustregel gilt, dass es zumindest drei Nettomonatseinkommen sein sollten, die du sicher auf dem Girokonto bzw. Sparbuch parkst. Das vermeidet ganz einfach unangenehme finanzielle Überraschungen. (Im Zweifelsfall darf´s ruhig auch etwas mehr sein als das.)

Als nächstes kommt es darauf an, ob du bereits über einen fixen Betrag verfügst, den du anlegen möchtest, oder ob du einen bestimmten Betrag im Monat zur Seite legst, weil du zum Glück mehr verdienst als du ausgibst. Möglich ist natürlich auch eine Kombination von beidem.

Wichtig im Falle des Ansparens ist, dass du mal genau analysierst, was du in einem durchschnittlichen Monat ausgibst. Nimm dazu am besten die letzten 12 Monate her und ziehe einen Durchschnitt. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass du die nächsten 12 Monate genauso viel ausgeben wirst (natürlich gehört das ganze um vergangene bzw. künftige Sonderausgaben bereinigt, die nur einmalig anfallen).

Dann setzt du das ganze ins Verhältnis zu deinem Durchschnittsnettoeinkommen im Monat. Der Ansparbetrag sollte dann natürlich NICHT darüber liegen.

Und dann ist da noch der Anlagehorizont zu beachten: Ist es absehbar, dass du das Geld in ein paar Jahren brauchen wirst, weil du dann vielleicht ein Haus bauen willst? Oder sieht es im Moment eher danach aus, dass du das Geld langfristig nicht brauchen wirst? Der Anlagehorizont hat eine große Bedeutung für die optimale Anlageentscheidung.

Wenn du all das analysiert hast, dann kannst du damit vielleicht eines (oder auch mehrere) dieser Ziele verfolgen:

  • Sparen für ein Eigenheim / eine Wohnung / ein Auto
  • Vorsorge für die Pension
  • ein monatliches Zusatzeinkommen aus der Veranlagung erzielen
  • Ansparen der Liquiditätsreserve
  • Erlangung finanzieller Freiheit
  • Die Ausbildung der Kinder finanzieren
  • Die eigene Ausbildung finanzieren
  • Eigenkapital für eine Unternehmensgründung ansparen

Was für ein persönliches Ziel (bzw. welche Ziele) du auch verfolgst: Jedes Ziel hat große Auswirkungen auf die genaue Ausgestaltung der Geldanlage …

Was bedeutet das nun für deine Geldanlage?


Sehen wir uns einige Ziele exemplarisch an, und was das konkret für die Ausgestaltung der Geldanlage bedeutet:

Ansparen der Liquiditätsreserve

Sofern noch keine Liquiditätsreserve da ist, hat dieses Ziel absolute Priorität und ist vor allen anderen zu stellen. Bei dieser Notreserve geht es um Liquidität und Sicherheit. Daher kommt nur eine Veranlagung am Geldmarkt in Frage – nach Möglichkeit täglich fällig. Hier macht also auch das Sparbuch Sinn.

Sparen für ein Eigenheim

Sagen wir mal, du planst in etwa zehn Jahren ein Eigenheim zu errichten. Was du dafür unbedingt brauchen wirst, ist ein bestimmter Anteil an Eigenmitteln. Denn keine Bank wird 100% des Kaufpreises finanzieren.

Für einen solchen Anlagehorizont eignet es sich wohl nicht, 100% in Aktienfonds zu investieren. Einen kleinen Teil davon in Aktien zu investieren, könnte man aber überlegen. Vielleicht eignen sich für dich Mischfonds. Eine weitere Möglichkeit wären auch Anleihen bzw. Anleihefonds. Jedenfalls musst du dich jetzt nicht mehr nur mit dem Sparbuch zufrieden geben.

Für eine genaue Empfehlung müsste ich aber deine persönliche Risikofähigkeit kennen ..

Vorsorge für die Pension

Sagen wir mal, die Pension liegt noch 20 oder mehr Jahre in der Zukunft und du möchtest nun damit beginnen, dafür anzusparen. Vielleicht hast du bereits einiges an Geld zur Verfügung, das du die nächsten Jahre und Jahrzehnte nicht anrühren musst.

In diesem Fall wäre es denkbar unklug, erneut auf das Sparbuch zu setzen.Vielmehr macht es jetzt Sinn, die Aktienquote deutlich in die Höhe zu fahren. Vergangene Kursentwicklungen haben nämlich gezeigt, dass bei einer Anlagedauer von 15 Jahren oder mehr praktisch immer am Ende ein positiver Ertrag mit Aktien herauskommt – auch wenn man zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt eingestiegen ist.

Voraussetzung für eine Anlage in Aktien bzw. Fonds ist aber, dass du die damit einhergehenden Kursschwankungen aushältst. Dieses Thema schauen wir uns in einem eigenen Beitrag genauer an.

Zusatzeinkommen in der Pension

Du bist nun frisch in Pension und möchtest einen vorhandenen Betrag so anlegen, dass du damit für ein Zusatzeinkommen sorgst?

Dabei ist als erstes zu überlegen, ob du das Kapital mit der Zeit aufzehren willst, oder ob immer nur die Zinsen abgeschöpft werden sollen. Im ersten Fall ist die durchschnittliche Lebenserwartung in Betracht zu ziehen. Jedoch scheint es dabei ratsam zu sein, einen Puffer einzuplanen – nicht, dass das Geld zu früh aufgebraucht ist.

Was genauso schwierig zu planen ist, sind die künftigen Renditen. Man kann sich zwar an Vergangenheitswerten orientieren, doch schwanken die durchschnittlichen Renditen natürlich auch im Zeitablauf.

Erst wenn du dir von der Lebenserwartung und den wahrscheinlichen Renditen ein Bild gemacht hast, kannst du entscheiden, wie viel Geld du Jahr für Jahr abschöpfen kannst. Allerdings muss zuvor auch noch die Aufteilung zwischen den Assetklassen entschieden werden. Hierzu zählt vor allem die Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen.

Diese Aufteilung wird zum einen mal von deinem Risikoprofil bestimmt. Aber man muss auch sagen, dass bei diesem Anlageziel nicht alles in Aktien gesteckt werden sollte. Denn wenn es kurz darauf zu einem Crash kommen sollte, dann ist das angestrebte Ziel eines nennenswerten Zusatzeinkommens in der Pension wohl nicht mehr zu erreichen.

Mein Fazit

Du siehst also: Keine Entscheidung hat größere Auswirkungen auf die Ausgestaltung der Geldanlage als deine Ziele. Denn je nach verfolgtem Ziel kann es bedeuten, dass du entweder alles auf dem Sparbuch oder aber zu einem großen Teil in Aktien anlegst.

 

PS:

Hier gelangst du zum Ausgangsartikel der Serie

Und hier gelangst du zum nächsten Teil der Serie

 

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