Was ist ein Investmentfonds?

In einem Investmentfonds werden unterschiedliche Wertpapiere zusammengefasst und von einem Fondsmanager verwaltet. Die Idee dahinter ist, dass der Fondsmanager das nötige Wissen besitzt, um langfristig eine erfreuliche Rendite für die Anleger zu erwirtschaften. Zudem wird dabei durch die Streuung auf mehrere Wertpapiere das Risiko reduziert.

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So funktioniert ein Investmentfonds


Investmentfonds werden von speziellen Investmentfirmen gegründet und verwaltet (in Deutschland nennt man sie Kapital-verwaltungs-gesellschaften, in Österreich heißen sie Kapital-anlage-gesellschaften).

Sodann bieten sie auch Privatanlegern die Möglichkeit, selbst mit kleinen Beträgen Fondsanteile zu kaufen und damit an der Wertentwicklung der im Fonds gehaltenen Wertpapiere teilhaben zu können.

Steigen in weiterer Folge die Kurse der im Fonds befindlichen Wertpapiere, dann ist auch der eigene Anteil mehr wert. Umgekehrt gilt natürlich: Fallen die Kurse der Wertpapiere, dann fällt auch der Wert des eigenen Anteils.

Die Berechnung des einzelnen Anteilswerts erfolgt bei den meisten Investmentfonds täglich. Der Wert setzt sich zusammen aus den zum Stichtag gehaltenen Wertpapieren plus Bankguthaben vermindert um allfällige Verbindlichkeiten aus Krediten bzw. offenen Terminkontrakten.

Die Vorteile von Investmentfonds


#1 Risikostreuung

Der größte Vorteil von Investmentfonds ist ganz sicher die breite Streuung über eine Vielzahl unterschiedlicher Wertpapiere.

Und eine Streuung macht natürlich Sinn. Investiert man beispielsweise bloß in eine einzelne Aktie, dann besteht das Risiko, dass das Unternehmen irgendwann in Konkurs geht und damit das ganze Geld mit einem Schlag weg ist.

Kauft man sich allerdings einen breit gestreuten Aktienfonds, dann fällt der Konkurs eines einzelnen Unternehmens nicht besonders ins Gewicht. Man sagt in diesem Zusammenhang auch, dass die Streuung über viele gleichartige Wertpapiere die unsystematischen Risiken reduziert (gemeint sind dabei die unternehmensspezifischen Risiken im Gegensatz zu den allgemeinen Marktrisiken – letztere kann man auch durch Anlage in einen Investmentfonds nicht vermeiden).

#2 Professionelle Verwaltung

Als Argument für Investmentfonds wird oft auch genannt, dass diese von Profis verwaltet werden. Und zum Teil ist das ein Argument, dass man auch gelten lassen kann.

Denn auch wenn es natürlich wie überall Qualitätsunterschiede gibt, in der Regel kann man sich darauf verlassen, dass der Fonds verantwortungsvoll verwaltet wird.

Vor allem kann der Fondsmanager / die Fondsmanagerin sehr kostengünstig Umschichtungen vornehmen und somit auf aktuelle Marktgegebenheiten reagieren und auch das Risikoprofil des Investmentfonds auf einem gleichbleibenden Niveau halten.

All das ist für einen privaten Investor schon aufgrund der hohen Spesen und Gebühren keine leichte Aufgabe. Denn bei jeder Umschichtung fallen Transaktionsgebühren, Geld/Brief-Spannen bzw. erneute Ausgabeaufschläge an.

#3 Zugang bereits mit kleinen Anlagebeträgen

Theoretisch könnte man für eine entsprechende Streuung des eigenen Vermögens auch selbst sorgen. Doch bleiben wir beim Beispiel der Aktienfonds: Die meisten dieser Fonds sind in 50 oder mehr Aktien gleichzeitig investiert. Und da braucht man schon ein ordentlich großes Grundkapital um da mithalten zu können und für eine ähnlich große Streuung zu sorgen.

Ist man von seinem Risikoprofil her ein ausgewogener Investor, dann möchte man womöglich zu gleichen Teilen auch noch in Anleihen investieren. Für den durchschnittlichen Anleger wird es da eng, da er nicht über genug Geld verfügt, um ausreichend streuen zu können.

Mit Hilfe von Investmentfonds ist das aber selbst für einen Kleinanleger problemlos möglich. Mittlerweile gibt es auch eine Vielzahl von Mischfonds bzw. vermögensverwaltenden Fonds, die sowohl Aktien als auch Anleihen und unter Umständen auch alternative Investments in ihrem Portfolio haben.

#4 Hohe Liquidität von Investmentfonds

In der Regel berechnen Investmentfonds ihren Anteilswert täglich. Damit verbunden ist auch, dass man Anteile täglich kaufen und verkaufen kann (gemeint ist damit natürlich werktags und nicht am Wochenende bzw. an Feiertagen).

Somit sind die meisten Investmentfonds auch sehr liquide.

#5 Konkurssicherheit des Vermögens

Das Vermögen eines Investmentfonds stellt so genanntes Sondervermögen dar. Dies bedeutet, dass das Vermögen NICHT der Investmentfirma zugerechnet wird, welche den Fonds verwaltet. Geht die Investmentfirma nämlich in Konkurs, dann können Gläubiger wie z.B. Banken eben NICHT auf das Vermögen des Fonds zur Abdeckung von Verbindlichkeiten zugreifen.

Bewerkstelligt wird dies auch dadurch, dass das Geld nicht bei der Investmentfirma liegt, sondern extern bei einer Depotbank. Diese stellt zudem die wichtigste Kontrollinstanz dar. Unter anderem errechnet nämlich nicht nur die Investmentfirma täglich den aktuellen Anteilspreis, sondern auch die Depotbank. Außerdem kontrolliert diese, ob die Anlagegrundsätze des Investmentfonds eingehalten werden (ob also zum Beispiel mehr Risiko als vereinbart eingegangen wird).

Die wichtigsten Arten von Investmentfonds


Am wichtigsten sind weltweit (und auch bei uns) Aktien- sowie Rentenfonds. Doch daneben sind auch Mischfonds bzw. vermögensverwaltende Fonds sowie so genannte Exchange Traded Funds (ETF) immer mehr im Kommen:

Aktienfonds

Aktienfonds legen die Gelder von Anlegern in eine Vielzahl von Aktien in- und ausländischer Gesellschaften an.

Vor allem unterscheidet man dabei Aktienfonds nach geografischer Ausrichtung (wie z.B. global anlegende vs. nur in Deutschland anlegende Fonds). Vereinzelt trifft man auch auf Themen- bzw. Sektorfonds (z.B. Technologieaktienfonds).

Rentenfonds

Zu Rentenfonds sagt man auch Anleihefonds. Sie legen Kundengelder in festverzinsliche Wertpapiere an, die einen Anspruch auf Rückzahlung sowie auf Zinszahlungen verbriefen.

Was Rentenfonds betrifft, unterscheidet man vor allem nach der Art des Emittenten (wie z.B. Staats- und Unternehmensanleihen). Daneben gibt es auch eine Unterteilung je nach geografischer Ausrichtung (Industrienationen vs. Entwicklungsländer) und Kreditwürdigkeit des Schuldners.

Mischfonds und vermögensverwaltende Fonds

Charakteristisch für diese Fondskategorie ist, dass sie nicht nur in eine Wertpapierart anlegen. Mischfonds beispielsweise investieren sowohl in Aktien als auch in Anleihen.

In der Regel tun sie das auf Basis eines vorab definierten Risikoprofils. Dabei unterscheidet man meist zwischen defensiven, ausgewogenen und dynamischen Portfolios. Je nachdem wird in der Folge mehr in Aktien oder in Anleihen investiert.

Vermögensverwaltende Fonds nutzen oft selbst Investmentfonds in ihren Portfolios – vor allem auch um sich Spezialwissen einzukaufen (z.B. Aktien aus China oder global anlegende Aktienfonds, die in kleine Unternehmen investieren etc.). Manchmal investieren vermögensverwaltende Fonds auch noch in Alternative Investments wie Hedge Fonds und Managed Future Fonds.

Exchange Traded Funds (kurz: ETF)

Ein ETF ist ein börsengehandelter Investmentfonds. Deshalb fällt bei einem Kauf auch kein Ausgabeaufschlag, sondern Bankspesen und die Geld/Brief-Spanne an (so wie beim Einzelkauf von Aktien und Anleihen).

Eine weitere Besonderheit ist auch, dass sich ETFs an einen Index orientieren, den sie nachbilden möchten. Ein Beispiel ist der MSCI-World-Aktienindex als wichtigster Index für globale Aktien aus Industrienationen.

Da Exchange Traded Funds nicht aktiv verwaltet werden, sondern einfach nur Aktien oder Anleihen eines Index nachkaufen, sind auch die Verwaltungsgebühren deutlich geringer. Dafür kann man damit auch nicht besser sein als der Index.

 

Synonyme für Investmentfonds: Fonds, Wertpapierfonds

 

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