Das Pensionssystem in Österreich

Das Pensionssystem in Österreich besteht aus drei Säulen:

  • Da ist zum einen die staatliche Pension, die häufig als die erste Säule bezeichnet wird.
  • Da ist zum anderen aber auch die betriebliche Altersvorsorge, welche die zweite Säule in Sachen Pensionsvorsorge darstellt.
  • Und schlussendlich gibt es noch die Möglichkeit privat vorzusorgen, was der dritten Säule entspricht.

 

Dabei wird die staatliche Pension nicht zu unrecht als die erste Säule bezeichnet. Der Großteil der Lebenshaltungskosten wird in der Tat von diesen staatlichen Pensionszahlungen bestritten. Die zweite und die dritte Säule nehmen im Vergleich dazu eher eine untergeordnete Rolle ein.

Doch aufgrund der zunehmenden Herausforderungen für das Pensionssystem werden die zweite und die dritte Säule für künftige Generationen immer wichtiger. Und der Vorteil privater Pensionsvorsorge ist es ja gerade, dass man diese komplett eigenverantwortlich gestalten kann. Dies sollte man auch tun, sofern man seine Pension genießen und den gewohnten Lebensstandard beibehalten möchte.

Doch lass uns einmal einen genaueren Blick auf die drei Säulen des österreichischen Pensionsystems werfen:

1. Säule: Die gesetzliche Pension


Zentrales Prinzip des österreichischen Pensionssystems ist laut dem Sozialministerium die Aufrechterhaltung des Lebensstandards von Herrn und Frau Österreicher. Und bisher glaube ich, ist das dem Pensionssystem auch recht gut gelungen.

Doch leider steht es auch vor sehr großen Herausforderungen: Allein schon wegen der steigenden Lebenserwartung und der immer längeren Ausbildungszeiten ist nicht davon auszugehen, dass die jetzigen Bestimmungen auch in Zukunft so bleiben.

Beim gesetzlichen Antrittsalter für Frauen hat der Gesetzgeber ja schon reagiert. In den nächsten Jahren wird das Pensionsantrittsalter von Frauen schrittweise erhöht. Im Jahr 2033 wird man dann – so man Abschläge vermeiden möchte – erst mit 65 Jahren in Pension gehen können. Bei Männern ist das ja jetzt schon der Fall.

Und leider ist es nicht auszuschließen, dass das Pensionsantrittsalter irgendwann noch weiter angehoben wird. Es ist durchaus möglich, dass jüngere Jahrgänge zum Beispiel bis 70 arbeiten müssen.

Und ebenfalls nicht auszuschließen ist, dass künftige Pensionen noch weiter gekürzt werden. Eher unwahrscheinlich ist allerdings die Kürzung bereits bestehender Pensionen, weil sich Politiker da wohl nur schwer drüber trauen.

Doch gleichzeitig ist das ganze wieder zu relativieren: Auch wenn in Zukunft durchaus mit Kürzungen zu rechnen ist, so ist es doch als sehr wahrscheinlich anzunehmen, dass der Gesetzgeber auch weiterhin eine Grundversorgung in Form einer Mindestpension bzw. Ausgleichszulage sichern möchte.

Es wird aber gleichzeitig immer unwahrscheinlicher, dass man später eine sehr hohe Pension bezieht. Dies deshalb, weil der Gesetzgeber den Durchrechnungszeitraum immer weiter verlängert und man zu Beginn des Erwerbslebens wohl kaum ein Gehalt bezieht, dass der Höchstbeitragsgrundlage für die Pensionsversicherung entspricht. (Denn auch durch solch subtile Methoden wie die Verlängerung des Durchrechnungszeitraumes kann man Pensionen kürzen.)

Personen, die sehr gut verdienen, werden es deshalb in der Pension schwer haben, ihren Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Sie sollten deshalb verstärkt auf die beiden anderen Säulen der Pensionsvorsorge setzen.

Übrigens: Hier siehst du die aktuellen Pensionswerte.

Weitere Details: Die staatliche Pension in Österreich

2. Säule: Die betriebliche Pension


Die betriebliche Altersvorsorge fristet im österreichischen Pensionssystem noch eher ein Schattendasein. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass das Gesetz die betriebliche Vorsorge nicht vorschreibt und wohl auch, dass die breite Bevölkerung nach wie vor ein starkes Vertrauen in die staatliche Pension hat.

Allerdings gibt es da seit 2003 eine Ausnahme. Und damit meine ich die damals neu geschaffene Abfertigung neu für alle, die nach 2003 ein Arbeitsverhältnis begonnen haben bzw. selbständig tätig sind.

Ein Pluspunkt der betrieblichen Altersvorsorge – und so auch der Abfertigung neu – ist, dass es dabei Steuervorteile gibt. So werden im Falle der Abfertigung neu Monat für Monat 1,53 Prozent des Bruttoentgelts lohnsteuerfrei in eine Vorsorgekasse eingezahlt, welche die Mittel sodann am Geld- und Kapitalmarkt veranlagt. (Und das ist durchaus als ein großer Vorteil zu sehen, da man bei der privaten Vorsorge in aller Regel nur die Möglichkeit hat, bereits versteuertes Geld anzulegen.)

Möchte man sich das Geld später als Zusatzpension auszahlen lassen, bleibt das Ganze weiterhin steuerfrei. Einzig wenn man sich dafür entscheidet, dass das Kapital auf einmal ausgezahlt werden soll, muss man dafür sechs Prozent Steuern zahlen.

Ebenfalls für alle Dienstnehmer interessant ist die Zukunftssicherung. Dabei können bis zu 300 Euro jährlich angespart werden. Es finanziert entweder der Arbeitgeber den Betrag als Sozialleistung oder der Arbeitnehmer verwendet einen Teil seines Einkommens dafür (in diesem Fall kommt es zu einer Art Gehaltsumwandlung).

Jedenfalls kommen dabei starke Begünstigungen zum Tragen: Es fallen die Lohnnebenkosten und auch die Lohnsteuer weg. Finanziert der Arbeitgeber die Vorsorge, fällt auch noch der Arbeitnehmeranteil an der Sozialversicherung weg.

Daneben gibt es in punkto betrieblicher Altersvorsorge auch noch Pensionskassenlösungen sowie in Ausnahmefällen direkte Pensionszusagen des Unternehmens. Allerdings kommen die meisten Arbeitnehmer hierzulande nicht in den Genuss dieser beiden letztgenannten Möglichkeiten.

3. Säule: Die private Vorsorge


Neben der staatlichen und der betrieblichen Vorsorge gibt es noch eine dritte wichtige Säule im österreichischen Pensionssystem – und zwar die private Pensionsvorsorge.

Besonders wenn man gut verdient und gleichzeitig nicht in den Genuss einer hohen betrieblichen Pension kommt, sollte man sich über eine ausreichende private Vorsorge Gedanken machen. Einerseits hat man dann ja die Mittel, um regelmäßig privat vorzusorgen. Und andererseits muss man damit rechnen, in der Pension deutlich weniger Geld vom Staat ausgezahlt zu bekommen als man vorher als Arbeitnehmer bzw. Selbständiger verdient hat.

Möglichkeiten um privat vorzusorgen gibt es übrigens viele. Besonders dazu geeignet sind aus meiner Sicht Investmentfonds bzw. ETFs, in die man regelmäßig anspart. Ebenfalls sehr interessant aus steuerlicher Sicht sind fondsgebundene Lebensversicherungen. Und es gibt in Form der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge sogar die Möglichkeit, vom Staat eine Prämie zu erhalten.

Was sich aber besser zur privaten Vorsorge eignet, ist eigentlich nur im Einzelfall zu bestimmen – es hängt von viel zu vielen Einflussgrößen ab, um hier eine pauschale Antwort geben zu können.

Was sich jedenfalls NICHT zur Pensionsvorsorge eignet, ist das gute alte Sparbuch. Dieses macht zwar Sinn als Liquiditätsreserve und auch, um für bestimmte Anschaffungen zu sparen. Wenn es allerdings um die langfristige Pensionsvorsorge geht, dann wäre es unklug, das Sparbuch dafür heranzuziehen.

Gerade jetzt bei einem historisch tiefen Zinsniveau bekommt man praktisch keine Zinsen gutgeschrieben (und von diesen müssen wir dann auch noch Kapitalertragssteuer zahlen). Und schlimmer noch: Gleichzeitig verliert Geld in Form der Inflation Jahr für Jahr an Wert. Deshalb verlieren wir sozusagen am Sparbuch Geld – ein Umstand, der den wenigsten bewusst ist.

Der Grund übrigens, warum die private Vorsorge die dritte und damit letzte Säule ist, ist schnell erklärt:

Die staatliche Pension stellt sozusagen das Grundeinkommen dar. Es ist die wichtige fixe Basis unseres Pensionssystems, mit der man relativ sicher rechnen kann.

Danach sollte man versuchen, seine Pensionslücke durch betriebliche Vorsorgemaßnahmen zu schließen.

Warum? Na ganz einfach: Betriebliche Pensionsvorsorge ist steuer- und abgabenbegünstigt. Du musst nicht zuerst Lohnsteuer zahlen, sondern kannst bereits den Bruttobetrag veranlagen.

Und aus diesem Grund ist die private Vorsorge eben erst die dritte Säule unseres Pensionssystems: Hier schließt man nun die Pensionslücke, die durch die ersten beiden Säulen noch nicht ausreichend gedeckt werden konnte.

Und private Vorsorge hat ja auch nicht nur Schwächen: Anders als zum Beispiel bei der betrieblichen Pensionsvorsorge kannst du hier ganz genau bestimmen, in welche Produkte du veranlagen möchtest. Du hast hier also alles selbst in der Hand.

Was natürlich einiges an Wissen voraussetzt – aber dafür gibt es ja diesen Blog 😉

 

P.S.


Dieser Beitrag ist der Startschuss für eine Artikelserie über das Pensionssystem in Österreich. Ich werde noch viele Detailartikel zu diesem Thema veröffentlichen und in diesem Beitrag hier verlinken.

 

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